Kabellose Tastaturen im Vormarsch – G613 und K63 Wireless im Vergleich

Bereits vor mehr als 10 Jahren fanden drahtlose Übertragungstechniken bei Tastatur und Maus ihren Einzug. Sie versprachen mehr Mobilität und keine lästigen Kabel mehr. Doch der Verzicht auf das Verbindungskabel bringt nicht nur Vorteile, sondern hat auch eine Kehrseite. Besonders in den frühen Jahren klappte die drahtlose Übertragung nicht immer problemlos. Eingaben wurden nicht erkannt oder nur verzögert vom Computer registriert. Wurden mehrere drahtlose Geräte in einem Haushalt verwendet, konnte es außerdem zu Komplikationen zwischen den Geräten führen. Da das Anschlusskabel außerdem nicht nur zur Datenübertragung, sondern auch zur Stromversorgung genutzt wird, brauchen kabellose Tastaturen eine eigene Stromquelle. Hierfür kommen entweder Batterien oder ein integrierter Akku zum Einsatz. Diese müssen regelmäßig getauscht oder aufgeladen werden.

Heutzutage gehören Übertragungsprobleme und Konflikte zwischen unterschiedlichen drahtlosen Geräten weitgehend der Vergangenheit an, die Technik hat sich deutlich weiterentwickelt. Im Bereich der Membran-Tastaturen gibt es inzwischen daher auch ein sehr großes Angebot an drahtlosen Tastaturen, nahezu jeder Hersteller hat mehrere Modelle zur Verfügung. Um 20 bis 30 Euro kann man schon problemlos ein günstiges Paket aus kabelloser Maus und Tastatur kaufen.

Kabellose mechanische Tastaturen

Ganz anders hingegen sieht die Situation im Bereich der mechanischen Tastaturen aus. Bis vor kurzem musste man noch auf exotische Nischenanbieter zurückgreifen, wenn man eine kabellose mechanische Tastatur kaufen wollte. Keiner der großen, bekannten Hersteller hatte eine drahtlose mechanische Tastatur im Sortiment. Der vermeintliche Grund dafür ist wohl die höhere Latenzzeit. Käufer mechanischer Tastaturen stellen an ihr Eingabegerät zumeist deutlich höhere Ansprüche als der Durchschnittsnutzer. Ein Tastendruck muss möglichst sofort und ohne Verzögerung vom Computer registriert werden. Die Anforderung zu erfüllen, haben sich die meisten Hersteller bis vor kurzem wohl nicht zugetraut. Doch auch das scheint sich nun langsam zu ändern.

Logitech G613 Kabellose Tastatur
G613 – kabellose Tastatur von Logitech

Logitech hat mit der G613 im August letzten Jahres eine kabellose mechanische Gaming-Tastatur vorgestellt. Im Jänner 2018 hat dann auch Corsair nachgelegt und eine kabellose Version der K63 vorgestellt. Es würde nicht überraschen, wenn 2018 und 2019 auch noch weitere Hersteller nachziehen und kabellose mechanische Tastaturen auf den Markt bringen.

Corsair K63 Wireless
K63 Wireless – kabellose Tastatur von Corsair

Logitech G613 vs Corsair K63 Wireless

Die Logitech G613 und die Corsair K63 Wireless sind beides kabellose mechanische Tastaturen, sie unterscheiden sich aber dennoch in sehr vielen Punkten. Welches Modell ist besser? Das lässt sich so pauschal natürlich kaum beantworten, im folgenden Vergleich zeigen wir die wichtigsten Unterschiede auf.

Funktionen und Ausstattung

Der wohl bedeutendste Unterschied zwischen den beiden Modellen ist die Größendifferenz. Die Logitech G613 ist eine Vollformat-Tastatur mit Nummernblock und hat sogar noch sechs zusätzlichen Makro-Tasten auf der linken Seite. Sie erreicht damit eine Breite von fast 48cm und ein Gewicht von etwa 1,4kg. Die Corsair K63 Wireless hingegen ist durch den Verzicht auf Nummernblock und Makrotasten deutlich kompakter, sie ist nur etwa 37cm breit und 1,1kg schwer.

Beide Tastaturen bieten separate Multimedia-Tasten zur Wiedergabe-Steuerung und Lautstärke-Regelung. Ebenso sind beide mit einer Handballenablage ausgestattet, die von Logitech lässt sich allerdings nicht abnehmen.

Des Weiteren unterscheiden sich die beiden Tastaturen bezüglich der verwendeten Schalter. Bei der Corsair K63 kommen lineare Cherry MX Red Switches zum Einsatz, Logitech setzt hingen auf die taktilen Romer-G Switches. Die Tasten der Corsair K63 können außerdem blau beleuchtet werden, mit der Logitech G613 sitzt man hingegen im Dunkeln.

Akku und Batterielaufzeit

Die Corsair K63 Wireless besitzt einen integrierten Akku, welcher durch Anschluss des USB-Kabels automatisch geladen wird. Größter Batterieverbraucher ist natürlich die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur. Ist sie ausgeschalten, kann man mit bis zu 75 Betriebsstunden rechnen, im Modus mit Beleuchtung mittlerer Helligkeit hält der Akku allerdings nur mehr etwa 15 Stunden.

Die Logitech G613 hat keinen Akku verbaut, sie benötigt zum Betrieb 2 AA-Batterien. Der Hersteller gibt eine Batterielaufzeit von bis zu 18 Monaten an, abhängig von den Nutzungs- und Umgebungsbedingungen.

Übertragung

Die Logitech G613 nutzt zur Verbindung der Tastatur die sogenannte Lightspeed-Technologie. Dabei handelt es sich um eine proprietäre Übertragungs-Technik von Logitech mit einer Signalrate von 1ms. Alternativ kann das Gerät auch via Bluetooth verbunden werden, ein Wechsel zwischen Lightspeed und Bluetooth ist jederzeit möglich. Die Corsair K63 Wireless bietet ähnliche Optionen: Entweder kann die Tastatur via beigelegten Empfänger mittels 1ms 2.4GHz Wireless verbunden werden oder man verwendet eine gewöhnliche (etwas langsamere) Bluetooth-Verbindung.

Fazit

Die eingesetzten Übertragungstechniken sind schnell und ausgereift genug, um mit kabelgebunden Tastaturen mithalten können. Es spricht also nichts dagegen, sich eine der beiden kabellosen mechanischen Tastaturen zuzulegen.

Will man auf eine Beleuchtung nicht verzichten ist die Corsair K63 Wireless die offensichtliche Wahl. Dank kompakten Format und niedrigerem Gewicht ist sie außerdem auch besser zum Zocken von Couch und Bett geeignet und einfacher herumzutragen.

Die Logitech G613 ist etwas weniger mobil und nicht beleuchtet, bietet dafür aber Nummernblock, Makro-Tasten und eine längere Batterielaufzeit.

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